Kautschuk_Ausgabe_2025_23

Fotos: timofeev – stock.adobe.com (Schiene durchsichtig), c_Saman – stock.adobe.com (Schiene blau), c_trailak – stock.adobe.com (Gebiss) Wenn das Mahlwerk ächzt wie eine Mühle im Sturm: Schätzungen zufolge pressen rund 15 Millionen Erwachsene in Deutschland – etwa jeder Fünfte – Nacht für Nacht die Zähne zusammen, bis es knirscht. Mediziner nennen dieses Phänomen „Bruxismus“. Das Wort stammt vom altgriechischen „brygmos“ und bedeutet schlicht: Zähneknirschen. 01 Warum so zerknirscht? Das Ding Wenn die Kiefer nachts Überstunden machen, schützen Schienen vor Schaden Abhilfe versprechen sogenannte Beißschienen, auch Knirscherschienen oder Aufbissschienen genannt. Sie sind das Mittel der Wahl, um die Zähne vor Abrieb, Rissen und Schmerzen zu bewahren. Kein Wunder: Beim nächtlichen Knirschen entstehen Kräfte von bis zu 480 Kilo pro Quadratzentimeter – mehr als das Zehnfache des normalen Kaudrucks. Die Schienen entlasten den Kauapparat, sie lockern die Kiefermuskulatur und sie können sogar helfen, das Knirschen schrittweise zu verlernen. 02 Beißschienen bestehen aus unterschiedlichen Kunststoffen oder medizinischem Silikon – je nach Härte und Einsatzzweck. Harte Acrylschienen aus PMMA sind besonders robust, bieten maximalen Schutz und können sogar Kieferfehlstellungen korrigieren, sind aber weniger komfortabel. 03 Weichere Varianten aus gummiartigem Kunststoff wie Ethylenvinylacetat (EVA) oder Silikon punkten beim Tragegefühl, eignen sich jedoch vor allem für milderen oder vorübergehenden Bruxismus und häufig als Einstiegslösung. Welche Schiene sinnvoll ist, richtet sich nach Stärke und Dauer des Knirschens sowie den individuellen Bedürfnissen des Patienten. 04 Beißschienen können zwar die Folgen des Knirschens gut lindern und den weiteren Zahnverschleiß stoppen, das Problem an sich können sie aber nicht lösen. Um das Übel an der Wurzel zu packen, müssen die Ursachen des Knirschens gezielt behandelt werden: Stress etwa oder Schlafstörungen, Zahnfehlstellungen oder auch Medikamente und in seltenen Fällen neurologische Faktoren. Roman Winnicki 05 Der Herbst ist da. Und dieses Jahr fallen mit den Blättern für euch Zweibeiner ganz augenscheinlich noch etwas anderes: alte Gewissheiten. Zum Beispiel die, dass die Rente, wie ihr sie kennt, sicher ist. Ökonomen jaulen ja schon länger: Die Rente ist nicht zukunftsfest. Ihr Menschen lebt eben immer länger, zudem kommen nicht genug Junge nach, die einzahlen. Das ist wie in einem Rudel: Wenn zu viele nur mitfressen und zu wenige jagen, wird’s bald leer im Napf. Darum also jetzt der „Herbst der Reformen“. Endlich! Weil – eure Volksvertreter haben das Problem bisher so behandelt wie einen alten Kauknochen: Man weiß, dass er längst weggeräumt gehört, aber er liegt immer noch in der Ecke. Bis man irgendwann drüber stolpert – und dann tut’s richtig weh. und neu gekautschukt werden. Sonst wird am Ende keiner mehr zufrieden mit dem Schwanz wedeln können. Bin also gespannt, was ihr nun ändert. Wuff! Bonzo, der Ballonhund Der Einwuff Glosse Foto: Lars Kaletta Ich persönlich habe als Maskottchen der Kautschukindustrie ja ein einigermaßen sicheres Plätzchen. Trotzdem: Auch ich vergrabe schon seit Langem lieber mal den ein oder anderen Knochen für später. Man weiß ja nie. Und als Ballonhund hat man ja ein ziemlich langes Leben… Aber zurück zu den Reformen: Eure Experten schlagen vor, das Rentenalter an die Lebenserwartung zu koppeln. Schräg finde ich, dass da viele reflexartig „Skandal!“ rufen. Als ginge es darum, den alten Hund noch mal hochhüpfen zu lassen wie damals als Welpe in der Hundeschule. Dabei braucht’s das gar nicht. Es reicht, die Spazierrunden schrittweise etwas zu verlängern, und schon läuft das besser mit der Rente. Und wer früher ins Körbchen will? Der muss fortan wohl mit mehr Abstrichen leben. Klar, wer das Stöckchen schon vor Ende der Strecke fallen lässt, kriegt halt nicht den vollen Applaus. Mein Ballonhund-Fazit: Eine Zweibeiner-Rente, die allen Generationen gerecht wird, muss jetzt kräftig durchgekaut Bonzo ist das Maskottchen der Kautschukindustrie bei der IdeenExpo. 16 — KAUTSCHUK AUSGABE 23 / OKTOBER 2025

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